Nokia

Junge Erwachsene werden mit dem Begriff Nokia einiges anfangen können. Der Schriftzug war in früheren Jahren auf jedem Handy zu finden und kann heute mit Apple oder Samsung verglichen werden. Die Kultmarke wurde 1865 gegründet, allerdings stellte man damals noch keine Handys oder andere elektronische Geräte her. Zu diesem Zeitpunkt war es eine Papierfabrik, die sich 1967 mit der Nokia Corporation zusammenschloss. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts liefen Gegenstände wie Fahrradreifen oder Gummistiefel übers Produktionsband. Das erste tragbare, mobile Funktelefon von Nokia erschien 1987. Im Gesamten ist der Konzern in den Branchen „Datendienste“ und „Netzwerktechnik/Telekommunikation“ vertreten. Gesteuert wird alles vom Hauptsitz im finnischen Espoo, der 2015 etwa 110.000 Mitarbeiter beschäftigte.

Weltgrößter Mobiltelefonhersteller

Die goldenen Zeiten von Nokia waren von 1998 bis 2011. In diesem Zeitraum erlebte man einen wahren Hype, der anderen Marken (wie zum Beispiel Siemens) keine Chance gab. Facebook oder E-Mails schreiben sind damals freilich noch Wunschträume gewesen, die Handys kannten weder eine Kamera noch eine schnelle LTE-Internetverbindung. Als Bezeichnung der einzelnen Modelle wählte man in der Regel eine vierstellige Zahl aus. Manche Kombinationen bleiben auch heute noch in Erinnerung, das betrifft beispielsweise die Handys Nokia 3210, 3410 und 6280. Zu Beginn gab es nicht mehr wie ein kleines, farbloses Display, zwei oder drei einfache Spiele und eine Telefon- beziehungsweise SMS-Funktion. Trotzdem war die Marke Kult und Pflicht auf jedem Schulhof.

Die nächste Generation konnte dann schon mit einem Farbdisplay und einigen Zusatzfunktionen (wie einem Rechner) aufwarten. Auch die Herstellung einer Internetverbindung war möglich. Für die Übertragung bestimmter Dateien waren Bluetooth und Infrarot Standard. Zwar gibt es die beiden Schnittstellen nach wie vor, sie werden aber meist für andere Aufgaben eingesetzt (zum Beispiel um den Fernseher mit dem Smartphone zu steuern). In dieser Zeit ging es langsam aber sicher auch mit den Kameras los. Das Nokia 6280 hatte zum Beispiel schon eine Linse verbaut, von hochauflösenden Bildern konnte man aber bei Weitem nicht sprechen.

Die Zeiten wurden immer düsterer

Der Abstieg erfolgte 2012. Im ersten Quartal lag man erstmals hinter Samsung, was sich in den kommenden Jahren auch nicht mehr änderte. Doch wieso kam es dazu? Einfach ausgedrückt hat Nokia den Sprung auf den Smartphone-Zug verpasst. Das galt nicht nur der Hardware, sondern auch der Software. Das Unternehmen arbeitete immer mit dem eigenen System Symbian OS, entwickelte es aber nicht gut genug für die Generation „Smartphone“ weiter. Zu den erfolgreicheren Modellen zählt zum Beispiel noch das N97, mit Erfolg war aber auch dieses nicht gekrönt. Am Ende haben sich die beiden mobilen Betriebssysteme Android und iOS durchgesetzt, keine andere Alternative schaffte auch nur annähernd eine solche Beliebtheit.

Nokia und Windows Phone

Am 25. April 2014 kaufte Microsoft die Mobiltelefonsparte von Nokia auf. Ab diesem Zeitpunkt war zwar der Name noch vorhanden, von den „Altlasten“ nahm man aber nichts mit. Es gab eine neue Smartphone-Reihe (Lumia) und das Betriebssystem wechselte zu Windows Phone. Eigentlich sollte es für beide Konzerne ein Neuanfang sein, doch trotz vieler Lumia-Modelle reichte es nicht. Das Bedienkonzept von Windows Phone muss man einfach mögen. Aktuell plant der finnische Konzern ein Comeback mit Android-Handys.